Ratgeber

Verlegungsbrief: Vorlage, Aufbau und Muster für die Patientenübergabe

6 Min. Lesezeit Aktualisiert am 04. Juli 2026

Der Verlegungsbrief (Verlegungsbericht) begleitet Patient:innen bei der Verlegung zwischen Stationen, Abteilungen oder Kliniken. Er ist die Grundlage für eine sichere Übergabe: Die aufnehmende Einrichtung muss ohne Rückfrage weiterbehandeln können. Dieser Leitfaden zeigt Aufbau, Pflichtangaben und ein Muster.

Wann wird ein Verlegungsbrief geschrieben?

Ein Verlegungsbrief wird immer dann benötigt, wenn Patient:innen während einer laufenden Behandlung an eine andere Einrichtung oder Fachabteilung übergeben werden – etwa von der Intensivstation auf die Normalstation, von der Akutklinik in die Reha oder in eine spezialisiertere Klinik.

Anders als der Entlassbrief schließt er die Behandlung nicht ab, sondern reicht sie weiter. Deshalb liegt der Schwerpunkt auf dem aktuellen Zustand, der laufenden Therapie und dem nächsten geplanten Schritt.

Aufbau des Verlegungsbriefs

1. Kopf: Absender, Empfänger (Zieleinrichtung/-station), Patientendaten, Verlegungsdatum und -uhrzeit.

2. Verlegungsgrund: Warum wird verlegt (z. B. „zur weiteren intensivmedizinischen Betreuung“, „zur Anschlussrehabilitation“).

3. Diagnosen: Haupt- und Nebendiagnosen mit ICD-10.

4. Anamnese & bisheriger Verlauf: Kurzgefasst, mit den entscheidenden Ereignissen.

5. Aktueller Zustand: Vitalparameter, Bewusstseinslage, offene Probleme, Zugänge/Katheter/Drainagen.

6. Aktuelle Medikation: Vollständig, mit Dosierung – besonders kritische Punkte (Antikoagulation, Antibiotika, Katecholamine).

7. Laufende Maßnahmen & Procedere: Was ist geplant, was muss die aufnehmende Einrichtung fortführen oder überwachen.

8. Beigefügte Befunde: Labor, Bildgebung, Mikrobiologie.

Muster (Kurzform)

Verlegung von Station A2 (Innere) auf die Intensivstation, 03.07.2026, 09:15 Uhr.

Verlegungsgrund: respiratorische Verschlechterung bei ambulant erworbener Pneumonie, zunehmender O2-Bedarf.

Diagnosen: J18.9 G Pneumonie; I10.90 G arterielle Hypertonie.

Aktueller Zustand: wach, orientiert, Tachypnoe (28/min), SpO2 88 % unter 6 l O2, RR 105/60, Temp 38,9 °C. Peripherer Zugang rechte Kubita.

Medikation: Ampicillin/Sulbactam 3 g i.v. 3×/Tag (seit 02.07.), Enoxaparin 40 mg s.c. 1×/Tag.

Procedere: Eskalation der Sauerstofftherapie, ggf. NIV; Blutkulturen ausstehend; Reevaluation Antibiose nach Antibiogramm.

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Häufige Fehler

• Unvollständige Medikationsliste – die häufigste Gefahrenquelle bei Übergaben.

• Fehlender oder unklarer Verlegungsgrund.

• Kein klares Procedere: Die aufnehmende Einrichtung muss wissen, was als Nächstes zu tun ist.

• Ausstehende Befunde nicht gekennzeichnet (z. B. „Blutkulturen ausstehend“).

• Verlegungszeitpunkt fehlt – wichtig für die lückenlose Verantwortungskette.

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Häufige Fragen

Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und ersetzt keine Fachberatung. Maßgeblich sind die Standards Ihrer Einrichtung und die geltenden Dokumentationspflichten.

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